Eisenmangel Folgen

Eisenmangel – Nebensache oder doch folgenreich?

Die Folgen eines Eisenmangels sind vielfältig und oft sehr unterschiedlich. Neben Erscheinungen wie dem Restless-Legs-Syndrom oder dem chronischen Erschöpfungssyndrom können folgende Zustände von einem Eisenmangel hervorgerufen werden:

 

Blutarmut (Anämie)

Eine unausweichliche Folge des Eisenmangels stellt die Eisenmangelanämie dar, sollte ein Eisenmangel nicht durch die Ernährung ausgeglichen bzw. medikamentös behandelt werden. Eine Anämie, also eine Blutarmut, wird mittels des Hämoglobin- Gehalts (Abk.: Hb) im Blut gemessen und liegt dann vor, wenn die Hämoglobinkonzentration (Menge an rotem Blutfarbstoff) bei Männern unter 13g/dl bzw. bei Frauen unter 12g/dl sinkt.

Bei einer Anämie kann im Körper nicht ausreichend Sauerstoff transportiert werden. Eine Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff führt dazu, dass das Herz schneller schlägt und die Atmung beschleunigt wird. Mit diesen Mechanismen versucht der Köper den Sauerstoffmangel auszugleichen. Vor allem bei körperlicher Anstrengung können diese Kompensationsmechanismen als Herzrasen und Luftnot empfunden werden. Dieser Zustand kann zwar vom Körper bis zu einem gewissen Grad überdauert werden, besteht die Anämie allerdings über einen längeren Zeitraum, kann sie zu einer Herzmuskelschwäche führen. Eine lange andauernde, schwere Blutarmut kann dadurch sogar zum Tod führen. Die Schweregrade einer Blutarmut sind folgendermaßen festgelegt:

  • Leichte Anämie: Hb-Wert über 10g/dl
  • Schwere Anämie: Hb-wert zwischen 7g/dl und 10g/dl.
  • Unter einem Hb-Wert von 7g/dl kann die Anämie lebensbedrohlich sein.

Bei Eisenmangel wird erst als aller letztes das Eisen in den roten Blutkörperchen weniger, da nur durch den Sauerstofftransport im Blut die Grundfunktionen des Körpers aufrechterhalten werden können. Werden die Eisen-Reserven des Körpers knapp, spart der Organismus zuerst dort Eisen ein, wo ein Zu-Wenig keine unmittelbare Bedrohung für das Überleben darstellt. Aus diesem Grund können sich die Symptome einer Fatigue und andere Anzeichen, die auf einem Eisenmangel basiert, lange vor dem Auftreten einer Eisenmangelanämie zeigen. Weitere mögliche Folgen des Eisenmangels sind:

 

Gedrückte Stimmungslage

Oftmals sind Frauen nach der Entbindung von einem Eisenmangel oder gar einer Eisenmangelanämie betroffen. Dies hängt einerseits mit einem durchschnittlichen Mehrbedarf von 1.000 mg Eisen während der Schwangerschaft und andererseits mit Blutverlusten bei und nach der Geburt zusammen.

Dieses Defizit an Eisen kann eine sogenannte Postpartale Depression begünstigen. Dabei kann es sich um eine leichte Traurigkeit bis hin zu Depressionen oder psychotischen Erkrankungsbildern handeln. In milder Ausprägung spricht man umgangssprachlich auch von den „Heultagen“ oder dem „Babyblues“, der während der ersten paar Wochen nach der Geburt auftreten kann. Im Gegensatz dazu spricht man von einer Postpartalen Depression oder „Wochenbettdepression“, wenn die Gemütstrübung sehr stark ausgeprägt ist und – entgegen dem Namen- länger als ein paar Wochen anhält. Eine Postpartale Depression kann innerhalb der ersten zwei Jahre der Mutterschaft auftreten, wobei sich diese nicht plötzlich, sondern langsam und  schleichend entwickelt.

Das Auftreten einer Postpartalen Depression darf nicht unkritisch allein einem Eisenmangel zugeschrieben werden. Hormonelle und soziale Umstellungen können diese Zustände ebenso begünstigen wie Schlafmangel und Ängste der Mutter. Wenn die Eisenspeicher leer sind und eine Postpartale Depression auftritt, ist allerdings ein kausaler Zusammenhang sehr nahe liegend.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, den Eisenstatus bei Wöchnerinnen zu bestimmen und gegebenenfalls einen Eisenmangel zu therapieren. Dabei ist zu beachten, dass der Ferritin-Wert, also jener Wert, der unter normalen Umständen zuverlässig über den Stand der Eisenspeicher Auskunft gibt, bis zu sechs Wochen nach der Entbindung falsch erhöht sein kann. Daher sollte die Interpretation des Ferritin Wertes bei Frauen die vor kurzem entbunden haben, immer zusammen mit dem CRP-Wert (C-reaktives-Protein) und der Transferrinsättigung erfolgen, um einen Eisenmangel gesichert diagnostizieren zu können.

 

Auswirkungen auf die Kindesentwicklung

Ein Eisenmangel kann sowohl die Entwicklung des ungeborenen Kindes im Mutterleib beeinträchtigen, als auch beim Heranwachsenden Kind und Jugendlichen Störungen verursachen.

Beim Ungeborenen sind dies:

  • Frühreife Entwicklung
  • Frühgeburten
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Wachstumsverzögerung

 

Bei Kindern und Jugendlichen mit Eisenmangel beobachtet man unter anderem:

  • Beeinträchtigungen in der Gehirnentwicklung
  • Konzentrationsstörungen
  • Bei Mädchen: Störungen des Menstruationszyklus