Eisenstoffwechsel

Ohne Eisen geht es nicht

Eisen ist ein essentielles Spurenelement, ohne das Leben gar nicht möglich wäre. Im menschlichen Organismus kommt dem Eisenstoffwechsel eine ganze Reihe von zentralen Aufgaben zu.

Die wichtigste Aufgabe des Eisens ist die Bindung von Sauerstoff in den roten Blutkörperchen. Diese scheibenförmigen Zellen bilden den größten Anteil der festen Blutbestandteile und geben dem Blut seine rote Farbe. In diesen Zellen befindet sich der Großteil des gesamten Eisens im Körper, da der Sauerstofftransport in den roten Blutkörperchen mittels Eisenatomen als Träger funktioniert.

Beim gesunden Mann liegt der Gesamtgehalt an Eisen im Körper bei ca. 4 Gramm, bei der gesunden Frau bei 2,5 bis 3 Gramm. Der Eisenstoffwechsel wird durch ein ausgeklügeltes Gleichgewicht zwischen Aufnahme- und Verteilung reguliert.

Eisenstoffwechsel - Eisen im Körper

Der Körper strebt eine ausgewogene Balance zwischen Aufnahme, Speicherung, Verwendung, Wiederverwertung und Verlust des Körpereisens an. Da in jeder Körper-Zelle Eisen vorhanden ist, geht täglich durch die natürliche Hautabschilferung, mit dem Stuhl oder über den Schweiß ein bisschen davon verloren. Frauen verbrauchen im Durchschnitt mehr Eisen, weil bei jeder Monatsblutung um die 50 ml Blut und damit in etwa 25 mg Eisen verloren gehen. Daher leiden Frauen im gebärfähigen Alter deutlich häufiger an Eisenmangel als Männer. Je stärker die Monatsblutung, desto stärker der Eisenverlust! Es gibt noch einige weitere Gruppen, die ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel haben. Mehr dazu auf der Informationsseite: Wer neigt zu Eisenmangel

Da der Darm nur ungefähr ein Zehntel des Eisens in der Nahrung aufnimmt, sollten täglich ca. 10-30 mg Eisen zugeführt werden. Eisenhaltige Lebensmittel sind besonders wichtig für Personen, deren Eisenhaushalt bereits belastet ist.

Ausnahmezustand im Körper

Die benötigte Menge an Eisen kann in vielen Fällen gar nicht oder nicht schnell genug über die Nahrung zugeführt werden, da die Aufnahme aus dem Darm sehr limitiert ist. Bei Patienten, die erhöhte Entzündungswerte haben oder bei denen die Magensäure durch Medikamente neutralisiert wird, kann der Darm das Eisen aus der Nahrung oder aus Eisentabletten nicht genügend oder nur äußerst eingeschränkt resorbieren. Dafür sorgt ein körpereigenes Eiweiß, das den Eisenkanal, über den das Eisen aus dem Darm ins Blut gelangen sollte, verschließt. Auch die Eisenspeicher in der Leber werden bei Entzündungen verriegelt, sodass kein Eisen für die Neubildung von roten Blutkörperchen, die Muskelarbeit oder die Zellteilung bereitgestellt werden kann.

In diesen Fällen macht dieser Mechanismus dem ohnehin schon kranken Patienten noch mehr gesundheitliche Probleme und kann in vielen Fällen nur durch eine Eiseninfusion adäquat behandelt werden. Eiseninfusionen kommen dann zum Einsatz, wenn auf Eisentabletten kein Therapieansprechen gegeben ist oder der Patient die Therapie mit Eisen-Tabletten nicht einhält bzw. nicht verträgt.