Ferritin & Transferrin

Wie kann ein Eisenmangel diagnostiziert werden?

 

Der erste Schritt ist eine genaue Auflistung aller Eisenmangel-Symptome. Daraus ergibt sich schon ein Verdacht, der neben dem Eisenmangel auch einige andere Erkrankungen einschließen kann, wie zum Beispiel eine Fehlfunktion der Schilddrüse, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eine andere Erkrankung.

Eisenmangel feststellen: Kennen Sie Ihr Ferritin?

Der erfahrene Arzt stellt einen Eisenmangel oder eine Anämie (Blutarmut) durch eine Blutuntersuchung fest. Es gibt verschiedene Laborwerte, die zur Bestimmung des Eisenstoffwechsels im Körper gemessen werden können. Aussagekräftig ist eine Kombination aus folgenden Laborparametern:

Laborparameter und Grenzwerte:

Laborwert Unterer Grenzwert bei Frauen (ausgenommen Schwangere) Grenzwert bei Männern
Hb-Wert (Hämoglobin-Wert) 12 g/dl 13 g/dl
Serum-Ferritin 30 ng/ml 30 ng/ml
Transferrinsättigung 20 % 20 %
C-reaktives Protein (CRP) 0,5 mg/dl 0,5 mg/dl

 

Der Hb -Wert gibt die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut an. Ist dieser Wert zu niedrig, so wird dies als Anämie (Blutarmut) bezeichnet. Die Bestimmung des Hämoglobin (Hb)-Wertes sagt jedoch nichts über den Füllungszustand der Eisenspeicher aus.

Daher ist bei einer Untersuchung das Serum-Ferritin als Maßstab für den Füllungszustand der Eisenspeicher der zentrale Laborwert. Über diesen Wert kann der Arzt feststellen, ob die Eisenvorräte im Körper gefüllt, verringert oder gar aufgebraucht sind. Ist dieser Wert zu niedrig, so liegt ein Eisenmangel vor. Liegt durch eine Infektion bzw. eine akute oder chronische Krankheit eine Entzündung vor, ist der Ferritin-Wert verfälscht und kann hoch sein obwohl die Eisenspeicher leer sind. Ob eine Entzündung da ist, sieht der Arzt am CRP-Wert. Das ist der Parameter für das C-reaktive-Protein.

Das Transferrin ist der Eisentransporter im Körper. Mit ihm wird das Eisen durch die Blutbahn von Zelle zu Zelle transportiert (z.B. von der Darmzelle, in der das Eisen aus der Nahrung aufgenommen wird, in das Knochenmark, um dort für die Bildung roter Blutkörperchen zur Verfügung zu stehen). Die sogenannte Transferrinsättigung oder TSAT zeigt an, wie sehr diese Transportproteine mit Eisen beladen sind. Eine zu niedrige Transferrinsättigung bedeutet, dass dem Körper zu wenig Eisen zur Verfügung steht. Dies kann bei erhöhten Entzündungs-Werten auch dann der Fall sein, wenn die Eisenspeicher gut gefüllt sind. Die Transferrinsättigung ist daher ein guter Laborwert um herauszufinden, ob ein Eisenmangel vorliegt, auch wenn entzündliche Prozesse im Körper vor sich gehen. Die höchste Aussagekraft hat die Erhebung der Transferrinsättigung, wenn das Blut für die Laboruntersuchung morgens nüchtern abgenommen wird.

Ist das C-reaktive Protein (CRP) erhöht, ist das ein Zeichen, dass im Körper ein Entzündungsprozess stattfindet. In diesem Fall ist der Ferritin-Wert trügerisch, da er normal oder hoch sein kann, obwohl dem Körper zu wenig Eisen für den Stoffwechsel zur Verfügung steht. Dann liefert die Transferrinsättigung einen zuverlässigeren Hinweis auf die Verfügbarkeit von Eisen.
Das Serum-Eisen zu messen hat wenig Aussagekraft, da dieser Wert stündlichen Schwankungen und einem zirkadianen Rhythmus unterliegt, und andererseits auch dadurch beeinflusst wird, was am Vortrag der Blutabnahme gegessen wurde. War z.B. Blutwurst ausnahmsweise ein wesentlicher Bestandteil des Abendessens, ist das Serum-Eisen trotz Eisenmangel eher normal oder erhöht.
Eine Eisentherapie sollte jedenfalls nur auf Basis einer fundierten medizinischen Diagnose und unter ärztlicher Anleitung durch einen erfahrenen, auf Eisenmangel spezialisierten Experten durchgeführt werden.