Sport Eisenmangel

Sport und Eisenmangel – wie hängt das zusammen?

 

Eisen – Energie für jede Zelle

Eisen ist für den Energiehaushalt des Körpers von zentraler Bedeutung! Nicht nur in den roten Blutkörperchen ist das Eisen essentiell, um Sauerstoff zu binden und von der Lunge in die Gewebe zu tragen, auch in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, wird es zum Energiegewinn gebraucht. Und speziell für die Muskelarbeit ist Eisen bedeutsam. Der muskuläre Sauerstoffspeicher, das Myoglobin, enthält ebenfalls Eisen.

 

Eingeschränkte sportliche Leistung trotz intensiven Trainings

Sportlerinnen und Sportler haben – besonders bei Ausdauersportarten – einen erhöhten Bedarf an Eisen. Die Ursachen dafür sind:

  • die vermehrte Beanspruchung der Muskulatur und das vermehrte Schwitzen, wodurch dem Körper Eisen verloren geht.
  • intensive Trainingsphasen, denn die erhöhte Dauerbelastung des Körpers ist eine Stresssituation für den gesamten Organismus, in der der Körper das Nahrungseisen weniger gut im Darm aufnimmt.
  • Einseitige Ernährung und Verzicht auf rotes Fleisch. Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant. Das in pflanzlichen Nahrungsmitteln und Geflügel enthaltene Eisen reicht oft nicht aus um den täglichen Bedarf an Eisen zu decken.

Weibliche Sportlerinnen im gebärfähigen Alter, sind durch ihre Regelblutungen einer zusätzlichen Eisenverlustquelle ausgeliefert. Deshalb sind Sportlerinnen besonders anfällig, einen Eisenmangel zu erleiden. Auch das Thema Diät spielt eine Rolle: Studien zufolge haben junge Frauen auf Diät ein besonders hohes Risiko, einen Eisenmangel zu entwickeln.

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Wie zeigt sich ein Eisenmangel beim Sport?

Neben den klassischen Symptomen des Eisenmangels, wie allgemeine Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Haarausfall, brüchigen Nägeln, usw. können im Sport folgende Erscheinungen auftreten:

  • Reduzierte Ausdauerleistung: Das Training hat nicht mehr den gewünschten Effekt, Lauf- bzw. Ausdauerzeiten werden schlechter.
  • Unerklärlicher Leistungsknick: Häufig äußert sich der Eisenmangel durch einen ausbleibenden Trainingseffekt trotz gleichbleibenden oder intensiveren Trainingseinheiten.
  • Kurzatmigkeit, rasche Ermüdung: Sportliche Belastungen, die der Körper früher anstandslos gemeistert hat, führen zu Herzklopfen und Atemlosigkeit.

 

Wie kann ein Eisenmangel festgestellt werden?

Im Grunde reicht ein einfacher Bluttest, der die Werte Serum-Ferritin und Transferrinsättigung mit abdeckt, um den Eisenmangel zu identifizieren. Der Hämoglobin-Gehalt (Hb) gibt Auskunft, ob bereits eine Anämie vorliegt. Aber Vorsicht: In Phasen intensiver Trainingsbelastung kann es vorkommen, dass das Ferritin einen falsch hohen Wert annimmt. In diesen Fällen kann aus dem Ferritin-Wert  nicht auf gefüllte Eisenspeicher geschlossen werden. Deswegen sollte besonders bei Sportlern in intensiven Trainingsphasen auch die Transferrinsättigung (Tsat) und gegebenenfalls auch das C-reaktive Protein (CRP) mitbestimmt werden. Liegt die Transferrinsättigung unter 20%, besteht auch bei normalem oder erhöhtem Ferritin-Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Eisenmangel.

 

Die Therapie des Eisenmangels bei Sportlern

Für Sportler gelten dieselben Therapieempfehlungen wie für andere Menschen. Was allerdings besonders zu beachten ist: Eine Eiseninfusion kann ein Dopingvergehen darstellen. Der Wortlaut der Richtlinien 2015 ist wie folgt (Quelle: http://www.nada.at/files/doc/Listen/Verbotsliste-2015-deutsch.pdf):

Folgende Methoden sind verboten:

1. Die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme, um die Integrität und Validität der Proben, die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern.
Hierunter fallen unter anderem: Der Austausch und/oder die Verfälschung von Urin, zum Beispiel mit Proteasen.

2. Intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden, es sei denn, sie werden rechtmäßig im Zuge von Krankenhauseinweisungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen Untersuchungen verabreicht.

 

Um Eisenmangel im Sport entgegenzuwirken, sind folgende Schritte empfehlenswert:

  • Regelmäßige Kontrolle des Ferritinspiegels durch einen fachkundigen Arzt
  • Ausgewogene Ernährung unter Berücksichtigung eisenreicher Lebensmittel

 

Bei einem bereits festgestellten, behandlungsbedürftigen Eisenmangel:

Orale Therapie mit Eisenpräparaten zum Schlucken bzw. Trinken und falls diese nicht vertragen werden oder keine Wirkung zeigen, die Verabreichung von Eisen über die Vene. Dies stellt eine schnelle Möglichkeit dar, leere Eisenspeicher wieder aufzufüllen. Es gibt Eisenpräparate, die sowohl zur Infusion als auch zur Injektion zugelassen sind. Durch die Möglichkeit der Verabreichung als Spritze können die geltenden Anti-Doping-Richtlinien eingehalten und der Eisenmangel dennoch bedarfsgerecht therapiert werden.