Wer neigt zu Eisenmangel

Personengruppen mit besonderem Eisenmangelrisiko

 

Eisenversorgung bei Senioren

Bei älteren Menschen ist der Appetit häufig reduziert. Sie essen weniger und ihre Mahlzeiten sind oft einseitig. Dazu kommt, dass sie eisenreiche Fleischmahlzeiten meiden, weil sie vielleicht mit dem Kauen aufgrund eines schlecht angepassten Gebisses Schwierigkeiten haben. Sie bevorzugen folglich weiche Nahrung, die weniger gekaut werden muss und leichter geschluckt werden kann.

Außerdem treten im Alter vermehrt Störungen auf, die die Eisenaufnahme behindern. Dazu gehören Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt sowie chronische Krankheiten wie Nierenschwäche, Herzschwäche oder Diabetes. Auch wenn Medikamente eingenommen werden, die die Säurebildung im Magen hemmen (Protonenpumpenhemmer oder Antazida), ist die Eisenresorption sehr schlecht. Die Versorgung mit Spurenelementen ist im fortgeschrittenen Alter deshalb häufig nicht mehr ausreichend. Die mögliche Folge: Ein schleichend beginnender Eisenmangel mit Konsequenzen für den Organismus und den dazugehörigen Symptomen entsteht.

 

Kinder und Jugendliche

Im Wachstum hat ein Mensch einen erhöhten Eisenbedarf. Eisen ist für die körperliche, aber auch für die Gehirnentwicklung essentiell. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird der Eisenbedarf im Normalfall gedeckt. Sollten sich aber auffällige Symptome, wie Erschöpfung, Blässe und Konzentrationsstörungen einstellen, ist auch bei Kindern und Jugendlichen an einen Eisenmangel zu denken.

Es gibt in der medizinischen Literatur Hinweise, dass auch das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) mit Eisenmangel in Zusammenhang stehen könnte.

 

Patienten mit chronischen Erkrankungen

Zu den chronischen Erkrankungen, die einen Eisenmangel nach ziehen können, zählen:

  • Chronische Nierenfunktionsstörungen
  • Chronische Herzerkrankungen
  • Chronische Magen-Darm-Entzündungen (z.B: Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • Krebserkrankungen

Chronische Erkrankungen, die mit einem Entzündungsprozess im Körper einhergehen, reduzieren die Aufnahmefähigkeit von Eisen im Darm, sodass der Patient zu wenig Eisen aufnehmen kann. Bei chronischen Magen-Darm-Entzündungen ist die Darmschleimhaut direkt in Mitleidenschaft gezogen, was bedeutet, dass nicht nur die Aufnahmefähigkeit von Eisen eingeschränkt ist.

Der Eisenmangel, bzw. die Eisenmangelanämie, ist für solche Patienten besonders belastend, da sie schon durch die Grunderkrankung eine eingeschränkte Lebensqualität haben. Insofern können sie von der Behebung des Eisenmangel profitieren, als dadurch wenigstens die Begleitsymptome und somit in vielen Fällen die Lebensqualität verbessert wird.

Wenn die Resorptionsfähigkeit von Eisen im Darm durch die Grunderkrankung eingeschränkt ist, muss der behandelnde Arzt überlegen, ob eine Eisentherapie mit Tabletten überhaupt sinnvoll und zielführend ist. Für viele dieser Patienten ist dann die Infusionstherapie mögliche Option.

 

Patienten nach Operationen

Geplante Eingriffe, wie etwa der Hüft- oder Kniegelenksersatz, können mit erheblichen Blutverlusten einhergehen. In klinischen Studien hat man mittlerweile nachgewiesen, dass Patienten, die mit leeren Eisenspeichern oder einer Anämie zu solchen Operationen kommen, mit folgenden Risiken zu rechnen haben:

  • Längere Krankenhausaufenthalte nach der Operation
  • Höherer Bedarf an Blutkonserven
  • Schlechtere Operationsergebnisse
  • Verzögerte Rekonvaleszenzphase
  • Vermehrte Komplikationsrate nach der Operation

Es ist also dringend anzuraten, rechtzeitig vor einem geplanten Eingriff (idealerweise 4 Wochen davor) im Rahmen der internistischen OP-Freigabe auch den Serum-Ferritinspiegel und die Transferrinsättigung zu kontrollieren. Eine rechtzeitige Auffüllung der Eisenspeicher und Korrektur des Blutbildes wirkt sich nachweislich positiv auf den Operationserfolg aus.

Sonderfall: Personen nach Magenverkleinerungs-Operationen Magenverkleinerungsoperationen bewirken eine Reduktion der Oberfläche der Eisen-resorbierenden Schleimhaut. Auf lange Sicht kann dadurch ein Eisenmangel entstehen.

 

Regelmäßige Blutspender

Blutspenden bedeutet für den Spender Blutverlust und damit auch Eisenverlust. Ist die Frequenz des Blutspendens hoch, kann ein Eisenmangel entstehen.