Starke Regelblutungen: Erhöhter Eisenbedarf bei Hypermenorrhoe

DIE PERIODE - Der monatliche Eisenverlust

Frauen im gebärfähigen Alter haben ein zehnfach höheres Risiko, einen Eisenmangel oder eine Eisenmangel-Anämie zu entwickeln, als Männer.1 Daher repräsentieren nicht schwangere Frauen die größte absolute Anzahl von Personen, die von Anämie betroffen sind.2 Einer der wesentlichen Gründe dafür ist die monatliche Regelblutung.

Besonders in jungen Jahren – zu Beginn der monatlichen Blutungen – und bei Frauen reiferen Alters, bei denen sich die Wechseljahre ankündigen, kann die Menstruation verstärkt sein. Mit jeder Blutung verliert der Körper Eisen. Je stärker die Blutung, desto höher der Eisenverlust.

 

 

Wann liegt eine starke Regelblutung vor?

Von einer starken Regelblutung (Hypermenorrhoe bzw. Menorrhagie) spricht man dann, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Die Menstruation dauert länger als 7 Tage an.3
  • Während der Menstruation gehen auch Blutkoagel (das sind Blutpfropfen) ab.4
  • Der Blutverlust ist größer als 80 ml pro Zyklus3 (bei einer normalen Monatsblutung gehen rund 50 ml Blut ab). Das kann man daran erkennen, dass
    • der Blutfluss mit Tampons allein nicht zu kontrollieren ist,
    • mehr als 12 Tampons pro Periode oder mehr als 4 Tampons pro Tag gebraucht werden.

 

Frauen, die darunter leiden, verlieren in der Regel über 80 ml Blut3, sie müssten also zusätzlich zum normalen täglichen Eisenbedarf jeden Monat 40 mg oder mehr Eisen über den Verdauungstrakt aufnehmen.

Starke Regelblutungen - Hohes Risiko für Eisenmangel

Die Hypermenorrhoe hat großen Einfluss auf die Lebensqualität der betroffenen Frauen. Denn bis zu 70 % dieser Frauen mit starker Regelblutung leiden an Eisenmangel bzw. Eisenmangelanämie. Damit einher geht eine ganze Reihe von unangenehmen Symptomen, die den Alltag der Frauen erschweren5:

 

Eisenmangel bleibt oft unerkannt und unbehandelt

Problematisch ist, dass Eisenmangel bzw. die Eisenmangelanämie von betroffenen Frauen, aber auch von Ärzten oft nicht erkannt und damit auch nicht oder erst spät behandelt wird.6, 7 Vielen Frauen ist schlicht nicht bewusst, dass ihren Beschwerden ein Eisenmangel zugrunde liegt.

Kommen bei ihnen Symptome, wie Müdigkeit, Erschöpfung und Kopfschmerzen, auf, suchen sie die Ursache zunächst eher im Alltagsstress oder bei anderen Belastungen. Selbst wenn Betroffene einen Arzt aufsuchen, erhalten nicht alle eine Therapie. 

Eisenmangel entwickelt sich schleichend; dadurch wird er von Betroffenen häufig übersehen. Erst wenn die Beschwerden die Lebensqualität drastisch einschränken, folgt der Gang zum Arzt, um die Ursache zu finden.

Ist ein Eisenmangel bekannt, stellt sich die Frage nach der Ursache. Liegt eine Malabsorption vor oder kommt es zu einem ausgeprägteren Eisenverlust wegen Blutungen (Hypermenorrhoe bei Uterus myomatosus, Polypen, Kupferspirale, etc.)?

VIDEO-TIPP: Risikogruppen für Eisenmangel und die richtige Behandlung

Hypermenorrhoe behandeln und so Eisenmangel vorbeugen

Die Wissenschaft weiß, dass Hypermenorrhoe großen Einfluss auf die Lebensqualität einer Frau hat und daher jede Behandlung darauf abzielen sollte, diese zu verbessern. Für Frauen mit starker Regelblutung ist daher in erster Linie eine Abklärung und, wenn medizinisch angezeigt, eine Behandlung der Hypermenorrhoe selbst wichtig. So kann die Entstehung eines Eisenmangels oder einer Eisenmangelanämie besser eingedämmt und die negativen Folgen verhindert werden:

  • Hypermenorrhoe und damit ein einhergehender Eisenmangel bzw. Eisenmangelanämie wirken sich negativ auf die Arbeitsproduktivität und die Lebensqualität aus.9
  • Starke Regelblutungen sind mit einer hohen wirtschaftlichen Belastung verbunden.8, 9
  • Anämie bei Frauen mit Hypermenorrhoe ist mit einem erhöhten Risiko einer Notaufnahme in ein Krankenhaus, Bluttransfusionen und daraus resultierenden negative Auswirkungen assoziiert.10, 11

Eisenstatus im Blick behalten

In jedem Fall sollten Frauen mit starken Regelblutungen ihren Eisenhaushalt gut im Blick behalten und einen Eisenmangel bei Bedarf behandeln lassen. Denn in der Regel lassen sich ganz oder teilentleerte Eisenspeicher nicht allein durch die Nahrung wieder auffüllen. Wenn die starken Blutungen gestoppt werden, ist theoretisch eine Wiederauffüllung auch durch Nahrungsmittel möglich, es dauert nur sehr lange. Nur 5 bis 15 % des mit der Nahrung zugeführten Eisens werden über den Darm ins Blut übernommen.

Dazu eine kleine Rechnung: In 100 g Rindfleisch sind ca. 2 mg Eisen enthalten. Wenn von diesen 2 mg etwa 10 % vom Körper aufgenommen werden, müsste eine Frau jeden Monat ca. 15 kg Rindfleisch essen, um den Bedarf von 40 mg Eisen (diese Menge geht durch eine normale Monatsblutung verloren) zu decken. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung kann die Therapie aber begleitet werden.

Eisenmangel-Therapie verbessert die Lebensqualität

Entsteht durch den starken monatlichen Blutverlust ein Eisenmangel, kann dieser unkompliziert und rasch behandelt werden. Hierzu stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

 

Dabei wird das Eisenpräparat direkt in die Vene eingebracht und steht dem Körper somit unmittelbar sowie verlustfrei zur Verfügung. Bei den moderneren Infusionspräparaten sind nur ein bis zwei Sitzungen notwendig, um die Eisenspeicher wieder aufzufüllen. Schon kurze Zeit nach der Behandlung berichten Patientinnen von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Fragen Sie Ihren Arzt nach der für Sie optimal passenden Therapieform.

Eine Patientin berichtet, was die Eiseninfusion bewirkt hat:

Quellen

1 Breymann C et al.: Geburtshilfe Frauenheilkd. 2013; 73: 256–261

2 WHO, 2008. Available at: http://whqlibdoc.who.int/publications/2008/9789241596657_eng.pdf (29.06.2021)

3 Hallberg L, et al.: Acta Obstet Gynecol Scand 1966; 45: 320–51

4 Van Wyck D, et al.: Obstet Gynecol. 2007; 110 (2 Pt 1) 267-278

5 Bernardi LA et al.: BMC Womens Health 2016; 16:50

6 Nelson AL, Ritchie JJ. Am J Obstet Gynecol. 2015; 213(1): 97.e1-97.e6

7 Fraser IS, et al.: Int. J. Gynecol. Obstet. 2015; 128: 196–200

8 Liu Z, et al.: Value Heal. 2007; 10: 183–194

9 Frick KD, et al.: Women’s Heal. Issues 2009; 19: 70–78

10 Morrison J, et al.: J Reprod Med 2008; 53(5): 323-330 9

11 Browning et al.: Aust N Z J Obstet Gynaecol. 2012 Oct; 52(5): 455-9

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