Eisenbedarf

Wie viel Eisen braucht der Mensch?

Der Eisenbedarf ist sehr individuell. Sogar bei völlig gesunden Menschen schwankt er zwischen 1 und 4 Milligramm täglich. Dies ist die Menge an Eisen, die der Körper täglich braucht und die dementsprechend bioverfügbar sein muss. Da nur ein Bruchteil vom über die Ernährung zugeführten Eisen von den Darmzellen aufgenommen und durch die Darmwand ins Blut abgegeben wird, ist die empfohlene Menge, die unsere tägliche Nahrung enthalten soll, wesentlich höher. In Abhängigkeit vom Alter, Geschlecht und anderen Faktoren lauten die Empfehlungen zur täglichen Eisenaufnahme wie folgt:

 

Der tägliche Eisenbedarf:

 

Grafik zum Eisenbedarf

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Berechnen Sie hier mit dem Eisenrechner Ihren Eisenbedarf.

 

Frauen brauchen mehr Eisen!

Frauen im gebärfähigen Alter brauchen durch den Blutverlust während der Monatsblutung deutlich mehr Eisen als Männer. Durch die Monatsblutung verlassen durchschnittlich 50ml Blut und damit jedes Mal 25mg Eisen den Körper. Während der Schwangerschaft wird zusätzlich ca. 1 Gramm Eisen  (1.000 Milligramm) benötigt. Da Eisen nicht nur für den Sauerstofftransport im Blut und den Energiehaushalt in den Muskelzellen, sondern auch für die Neubildung jeder lebenden Zelle, speziell der Nervenzellen, notwendig ist, sollte ganz besonders in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Versorgung mit diesem lebenswichtigen Spurenelement geachtet werden.

 

Andere Gruppen, die zu Eisenmangel neigen

Neben den gebärfähigen und schwangeren Frauen gibt es noch viele weitere Personengruppen, die einen erhöhten Eisenbedarf haben und häufig an Eisenmangel leiden.

Darüber hinaus ist bei manchen Menschen die Eisenaufnahme besonders stark reduziert.

  • Chronisch kranke Patienten
  • Fettleibige Patienten
  • Patienten mit einem Magenbypass
  • Ältere und alte Menschen
  • Patienten, die ihre Magensäure durch Medikamente neutralisieren.

Haben sie den Verdacht, an Eisenmangel zu leiden? Machen Sie einen einfachen Eisenmangel Test!

Die Aufnahme von Eisen im Darm funktioniert nur, wenn es im Magen „sauer“ genug ist. Deshalb hemmen Magenschutz-Medikamente, die den pH-Wert der Magensäure anheben, gleichzeitig die Resorption des Spurenelementes „Eisen“.

 

Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Gastritis, Zöliakie, chronischer Herzschwäche, chronischen Nierenerkrankungen, Tumorerkrankungen etc., behindert ein körpereigener Mechanismus die Eisenaufnahme aus der Nahrung. In diesen Fällen wird nämlich ein Eiweiß von der Leber ausgeschüttet, das die Schleusen für das Eisen aus dem Darm ins Blut verschließt. Dieses Eiweiß versperrt auch die Eisenspeicher, sodass zu wenig Eisen für die Neubildung von roten Blutkörperchen, die Muskelarbeit oder die Zellteilung mobilisiert werden kann.

Der Grund für diesen Mechanismus ist, dass die Leber nicht unterscheidet warum, sondern nur ob der Körper krank ist. Bekommt die Leber das Signal, dass etwas nicht stimmt, verriegelt sie vorsorglich die Eisenspeicher. So ist das wertvolle Eisen in Sicherheit gebracht, falls der Grund für die Erkrankung Bakterien sind. Die könnten nämlich dem Körper das Eisen wegnehmen und für die eigene Reproduktion nutzen. Wenn man bedenkt, dass auch in westlichen Ländern der Welt lange Zeit Infektionskrankheiten zu den häufigsten Todesursachen gezählt haben und dies in weniger entwickelten Ländern nach wie vor tun, wird auch klar, warum der menschliche Organismus hier kein selektiveres Schutzsystem entwickelt hat. Es war schlichtweg nicht notwendig. Steinzeitliche Jäger entwickelten keine chronische Nieren- oder Herzinsuffizienz. Sie wurden maximal 22 Jahre alt und starben an Hunger, Kälte, wurden beim Jagen selbst zur Beute, verbluteten oder infizierten sich mit Krankheitserregern… und bei den ganz Glücklosen passierte das alles zugleich an einem einzigen Tag.

 

Was muss ich essen, um meinen Eisenbedarf zu decken?

Bei gesunden Menschen werden nur 5 bis etwa 15% des Eisens aus der Nahrung tatsächlich vom Darm ins Blut aufgenommen. Der Rest verlässt den Körper auf natürlichem Wege über den Stuhl.

Nahrung aus tierischen Lebensmitteln enthält Häm-Eisen, das besser aufgenommen wird, als das „Nicht-Häm-Eisen“ pflanzlichen Ursprungs. Dennoch finden sich auch bei pflanzlichen Lebensmitteln gute Eisenlieferanten. Eine Auflistung finden Sie hier.

Hämeisen und Nicht-Hämeisen

Liste guter Eisenlieferanten

Weitere Informationen zur Ernährung bei Eisenmangel finden Sie auf der Seite Eisenhaltige Lebensmittel und in der Informationsbroschüre im Download-Bereich.

 

Wenn die Eisenspeicher entleert sind, braucht es eine Menge von mindestens 500 mg Eisen um sie wieder aufzufüllen. Sind die Eisenspeicher bereits erschöpft bzw. können sie durch einen entzündlichen Prozess im Körper über einen längeren Zeitraum nicht verfügbar gemacht werden, entwickelt sich aus dem Eisenmangel eine Eisenmangelanämie. In diesem Fall liegt der Bedarf schnell bei 1.000 Milligramm, die dem Körper zugeführt werden müssen. Die ausreichende Aufnahme über die Nahrung oder mit Tabletten ist aus den oben genannten Gründen nicht immer möglich oder kann Wochen bis Monate dauern. Wenn der Eisenspeicher schnell aufgefüllt, oder eine Eisenmangel-Anämie rasch behoben werden soll ist die Behandlung mit Eisentabletten dementsprechend nicht zielführend und es ist Anlass zur intravenösen Verabreichung von Eisen gegeben. Ebenso wenn Eisentabletten nicht vertragen werden bzw. keine Wirkung zeigen. Auch wenn die  Therapie mit Tabletten nicht zuverlässig eingehalten wird (z.B.: Einnahme nicht nüchtern, nicht täglich, mit Flüssigkeiten die die Eisen-Aufnahme hemmen), ist eine Eiseninfusion eine Alternative.