Fatigue Syndrom

Chronisch erschöpft – Erholung unmöglich

 

Keine Energie für die alltäglichen Dinge im Leben

Die Blutarmut (Anämie) ist eine der Folgen, die durch einen Eisenmangel hervorgerufen werden können. Bevor die Hämoglobinkonzentration in den roten Blutkörperchen aber unter den kritischen Wert gefallen ist, ab dem sich eine Anämie manifestiert, kann der Eisenmangel eine Erkrankung hervorrufen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigt:

Das „Fatigue Syndrom“ ist  durch eine chronische Erschöpfung und Antriebslosigkeit charakterisiert, die über eine normale Müdigkeit weit hinausgeht. Bei Patienten, die innerhalb eines Monats jeden Tag oder fast täglich mit stark ausgeprägter Erschöpfung, Energielosigkeit und einem auffällig hohen Ruhebedürfnis kämpfen, das sich auch durch ausreichend Schlaf nicht bessert, liegt eine Fatigue-Symptomatik vor. Man unterscheidet heute das „Fatigue-Syndrom“ und das „chronische Erschöpfungssyndrom, „chronische Müdigkeitssyndrom“ oder „Chronische Fatigue-Syndrom“ “ (CFS). Im Gegensatz zum Fatigue-Syndrom, das oft auch abgekürzt als Fatigue (sprich „Fatieg“) bezeichnet wird, wird das chronische Erschöpfungssyndrom auch als Myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet, welche eine chronische, schwer heilbare Krankheit ist. Zusätzlich zu einer unendlichen Erschöpfung charakterisieren einige weitere Symptome das chronische Erschöpfungssyndrom. Zu diesen zählen beispielhaft: Kopf-, Muskel-, Hals-, Gliederschmerzen, Gedächtnis-, Schlaf-und Konzentrationsstörungen, höhere Empfindlichkeit der Lymphknoten.

Gemeinsam ist der Fatigue und dem CFS die Erschöpfung der Patienten. Selbst alltägliche Dinge wie Essen oder Kontakt mit Freunden zu halten kosten Überwindung und Kraft. Von sportlicher Aktivität ganz zu schweigen. Frauen sind häufiger von Fatigue betroffen als Männer. Tatsache ist außerdem, dass viele Patienten mit Fatigue ihre Lebensqualität als stärker beeinträchtigt einstufen als Patienten mit anderen schweren Krankheiten wie zum Beispiel Depressionen oder Herzerkrankungen.

 

Mögliche Ursachen eines Fatigue-Syndroms

Fatigue tritt oft in Begleitung mit schweren Erkrankungen bzw. therapeutischen Maßnahmen auf, die stark in die Physiologie des menschlichen Körpers eingreifen. Sie gilt jedoch auch für sich als allein stehendes Krankheitsbild.

Häufig sind Krebspatienten im Zuge der Strahlen- oder Chemotherapie davon betroffen. Auch Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, Herz- oder Lungenerkrankungen gehören zu den Personengruppen, die in den meisten Fällen neben ihrer Grunderkrankung auch unter „Fatigue“ leiden.

Chronische Erkrankungen verursachen darüber hinaus in vielen Fällen einen Eisenmangel und in weiterer Folge eine Anämie als zusätzliche Bürde. Bei Patienten mit einer chronischen Grunderkrankung bzw. Patienten unter starken Medikamenten, die Müdigkeit hervorrufen oder die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken, ist es schwer zu sagen, ob ein bestehender Eisenmangel, die Last der Krankheit oder die Therapie für ihre Fatigue verantwortlich ist. Es ist allerdings hinreichend belegt, dass sich bei Fatigue-Patienten mit Eisenmangel, die daneben an keiner zusätzlichen Erkrankung leiden und auch keine schweren Medikamente nehmen, die Fatigue Symptomatik stark bessert, wenn ihr Eisenmangel adäquat behandelt wird und ihre Eisenspeicher wieder aufgefüllt werden.

Weitere mögliche Ursachen einer Fatigue bzw. ähnlichen Erschöpfungszuständen sind:

  • chronische Schlafstörungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • psychische Störungen.

Da Eisenmangel mit einem Bluttest rasch nachgewiesen und gut behandelt werden kann, sollte er in der Ursachenforschung der Fatigue immer bedacht werden.

 

Eisen als zentrales Element im Energiehaushalt des Körpers

Das meiste Eisen im menschlichen Körper ist im Blut enthalten. Genauer in den roten Blutkörperchen. Darüber hinaus spielt Eisen eine wichtige Rolle für die Bereitstellung von Energie. In den sogenannten Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, wird es gebraucht, um Energie nutzbar zu machen. Daraus ergibt sich, dass ein Eisenmangel auch schon vor dem Auftreten einer Blutarmut zu einem Gefühl von Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Leistungsschwäche führt. Außerdem ist Eisen auch an der Bildung von Dopamin beteiligt. Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der unter anderem für eine stabile Gemütslage sorgt. Der Eisenstoffwechsel hat daher eine zentrale Bedeutung bei vielen lebenswichtigen Funktionen.

 

Wie erfolgt die Diagnose?

Um Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie als Ursache zu bestätigen oder auszuschließen, reicht – neben einem ausführlichen diagnostischen Gespräch – ein einfacher Bluttest. Die wichtigsten Blutparameter hierfür sind das Ferritin (unterer Grenzwert 30 ng/ml) bzw. die Transferrinsättigung (unterer Grenzwert 20%). Die Werte Hkt (Hämatokrit) und Hb (Hämoglobin) sind bei Blutlaborkontrollen üblicherweise dabei. Erniedrigte Werte liefern Hinweise auf eine Blutarmut.

 

Behandlung des Erschöpfungssyndroms

Ist ein Eisenmangel als Ursache für die Fatigue bestätigt, kann dieser mit oraler Eisentherapie, oder mit Eiseninfusionen behandelt werden. Experten vom Ärzte-Netzwerk Eisenkompetenz haben sich darauf spezialisiert. Nach der Therapie sollte überlegt werden, mit eisenhaltigen Lebensmitteln einem erneuten Eisenmangel vorzubeugen.