Eisentabletten

Eisentherapie zum Schlucken

Nach der Diagnose eines Eisenmangels ist, wenn keine triftigen Gründe dagegen sprechen, der erste Therapieansatz eine Behandlung mit Eisentabletten, -kapseln oder -säften, eine sogenannte orale Eisentherapie.

Diese Präparate gelangen nach dem Schlucken in den Magen, wo das darin enthaltene Eisen über die Darmschleimhaut aufgenommen (resorbiert) und in die Blutbahn gebracht wird.  Dies ist derselbe Weg, den auch Eisen aus der Nahrung nimmt. Da die Eisenmenge, die geschluckt wird, nur zu einem Bruchteil im Darm resorbiert wird, sollten die Präparate täglich über mehrere Wochen bis Monate eingenommen werden.

Um die Aufnahme im Körper zu verbessern, empfiehlt es sich, die Eisentabletten auf nüchternen Magen, das heißt ca. eine Stunde vor einer Mahlzeit einzunehmen. Genaueres zur Einnahme sind den Anwendungsempfehlungen der jeweiligen Präparate zu entnehmen.

Ein saures Magenmilieu und die Einnahme von Vitamin C verbessern die Aufnahme von Eisen im Darm, deswegen kombiniert man die Einnahme des Medikamentes idealerweise mit Ascorbinsäure oder einfach einem Glas Orangen- oder Zitronensaft. Ist bei einem Patienten nachgewiesen, dass er Eisen über den Verdauungstrakt nicht oder nur in ganz kleinen Mengen aufnehmen kann (z.B. bei einer chronischen Magen-Darm-Entzündung), ist der Einsatz von Eisentabletten nicht sinnvoll. Auch die gleichzeitige Therapie mit Magenschutzpräparaten (PPIs oder Antazida) vermindert die Eisenresorption.

 

Ernährungsumstellung

Im weiteren Sinne gehört auch die Ernährungsumstellung zu den Behandlungsmöglichkeiten des Eisenmangels. Eine Umstellung oder Anpassung der Ernährung kann, wenn keine Störung der Eisenaufnahme im Verdauungstrakt und keine chronische Erkrankung vorliegen, die Eisentherapie unterstützen. Experten sind sich allerdings einig, dass ein ausgeprägter Eisenmangel mit einer Ernährungsumstellung allein nur selten in den Griff zu bekommen ist.

Dazu eine einfache Rechnung: Ein Patient, der wegen seines ausgeprägten Mangels 1.000 mg Eisen bekommen sollte, müsste 6 kg Schweineleber oder 40 kg Putenfleisch essen, um diese 1.000 mg über die Nahrung aufzunehmen.

Als Vorbeugung und Begleitmaßnahme kann die richtige Ernährung allerdings durchaus einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Was gilt es bei der Therapie zu beachten?

Neben der Bestimmung der optimalen Eisentherapie muss vor allem die Ursachen des Eisenmangels abgeklärt werden. Es könnte schließlich auch eine Grunderkrankung vorliegen, die unbedingt mitbehandelt gehört. Nach der Eisentherapie sollte 6 bis 8 Wochen nach der letzten Eisenbehandlung eine Nachkontrolle mittels Blutbild gemacht werden. Die dafür aussagekräftigsten Laborwerte sind das Ferritin (unter Berücksichtigung des CRPs) und die Transferrinsättigung. Basierend auf den Ergebnissen können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt über die weiteren Therapieschritte entscheiden.