Frauen in der Schwangerschaft

Eisenmangel während der Schwangerschaft ist sehr verbreitet.

Bei einer normalen Schwangerschaft benötigt das sich entwickelnde Baby, bzw. die zusätzliche Blutbildung zur Durchblutung der Gebärmutter über den normalen Eisenbedarf hinaus etwa 1.000 mg Eisen, das von der Mutter bereitgestellt werden muss. Viele Frauen gehen durch die Regelblutungen und mangelhafte Eisenaufnahme durch die Ernährung mit bereits leeren oder zumindest reduzierten Eisenspeichern in eine Schwangerschaft. Während der Schwangerschaft nimmt der Eisenbedarf im zweiten und dritten Trimenon auf das Neunfache zu.

Ideal ist eine Erfassung des Eisenstatus schon bei der Familienplanung, auf jeden Fall empfehlenswert im ersten Schwangerschaftsdrittel. Neben dem Ferritin sollte immer auch das C-reaktive Protein (CRP) bestimmt werden, um eine Verfälschung des Werts durch Infektionen auszuschliessen. Wichtig ist auch die Anamnese mit Fragen nach familiären und persönlichen Hinweisen auf Anämie und nach der Herkunft. Frauen aus Afrika, Südeuropa sowie Süd- und Südostasien haben ein höheres Anämierisiko. Es liegt auf der Hand, dass dieser erhöhte Eisenbedarf die Mutter in so einem Fall einen ausgeprägten Eisenmangel bringen kann, mit Folgen für Mutter und Kind.

Folgen des Eisenmangels für Mutter und Kind¹²³

Neben den „üblichen“ Symptomen wie Müdigkeit, Blässe, Erschöpfung, brüchige Haare und Nägel, höhere Anfälligkeit für Infektionen, eingerissene Mundwinkel usw. kann der Eisenmangel, bzw. die Eisenmangelanämie weitere Risiken für Mutter und Kind bedeuten:

  • Schlechte Entwicklung des Mutterkuchens (Plazenta). Dadurch besteht die Gefahr einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen für das Kind. Dadurch eine schlechtere Sauerstoffversorgung des Babys
  • Frühreife Entwicklung
  • Frühgeburten
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Wachstumsverzögerung
  • Verminderte Blutreserven bei der Geburt und somit ein erhöhtes Risiko für Bluttransfusionen bei größerem Blutverlust

Die beste Prävention von Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen ist es, sicherzustellen, dass eine Frau nicht mit einem Eisenmangel in die Schwangerschaft geht. Eine gesunde Ernährung bedeutet dabei den Anfang, zusätzlich muss aber bei Hinweisen auf eine Mangelsituation auch eine Eisensubstitution erfolgen.

Klicken Sie hier, um zur Übersicht aller Eisenzentren in ganz Österreich zu gelangen. Lassen Sie sich vom Spezialisten in Ihrer Umgebung beraten und behandeln.

1) Kiss H et al;Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft und post partum;Speculum;2011; 2) Colomer J et al;Anaemia during pregnancy as a risk factor for infant iron deficiency: report from the Valencia Infant Anaemia Cohort (VIAC) study.;Paediatr Perinat Epidemiol;1990; 3) Breymann Christian;Iron deficiency and anaemia in pregnancy: modern aspects of diagnosis and therapy.;Blood Cells Mol Dis;